Bei den meisten Serrasalmus Arten empfiehlt sich eine Einzelhaltung.
Obwohl sie in der Natur schon in grösseren Gruppen gesehen wurden, ist eine
Vergesellschaftung in Gefangenschaft sehr schwierig und bei den meisten Arten gar
unmöglich.
Wenn man eine Gruppenhaltung möchte, ist ein sehr grosses Becken eine absolute
Bedingung. Auch sollte man auf mehrere Reviere achten und das Becken dementsprechend
einrichten. Auch bedarf es einer gewissen Erfahrung, sodass man schnell erkennt,
wenn sich ein Raufbold in der Gruppe befindet. Ebenfals muss man sich bewusst sein,
dass wenn es nicht funktioniert, man die Möglichkeit hat, die Tiere zu trennen.
Viele Arten lassen sich als Jungtiere gut in einer Gruppe halten. Man braucht aber
ein grosses Becken, da die meisten Serrasalmus-Jungfische so genannte Flossenbeisser
sind.
Selbst bei jungen Rhombeus ist eine Gruppenhaltung möglich,
da sie auch im Fluss, bis zu einem gewissen Alter, in der Gruppe schwimmen.
Sehr grosse Rhombeus beanspruchen in der Natur allerdings ein sehr grosses Revier,
das mind. 20m vom nächsten grossen Rhombeus-Revier weg ist. Wird diese Mindestdistanz
von einem der beiden unterboten, wird der Eindringlich heftigst verjagd. Es ist
kaum möglich, grosse Rhombeus mit Artgenossen in einem Aquarium zu vergesellschaften
Man sollte sich bewusst sein, dass die meisten Serrasalmus-Arten die angeboten
werden, Wildfänge sind!
Ein Wildfang kennt seinen Fluss und endlose Strecken, die er täglich auf der
Futtersuche zurück legt. Er ist ein wildes Tier, dass nur die Freiheit kennt.
Wenn wir ihn in ein Aquarium "sperren", hat er vier Glasscheiben, die
ihn erheblich einengen. Bei der Wahl der Beckengrösse sollten wir auf das
Rücksicht nehmen und ihm soviel Platz wie möglich bieten.
Leider wird dies oft vernachlässigt, da man ja "nur einen Fisch"
hat.
Die Einrichtung sollte ihm die Möglichkeit geben,
sich zurück zu ziehen, was man mit einer guten Bepflanzung und einigen grossen
Wurzeln sehr gut machen kann. Man muss bedenken, dass dieses Tier den Menschen
nicht kennt und nur schlechte Erfahrungen mit ihm gemacht hat, als er gefangen
wurde.
Deshalb steht er unter enormen Stress, wenn ein Mensch sich dem Becken nähert.
Man muss ihm Zeit geben, das alles kennen zu lernen.....er kommt irgendwann von
ganz alleine, wenn er merkt, dass der Mensch gar nicht so schlimm ist, weil er
ihm ja das Futter bringt und von ihm keine Gefahr aus geht.
Leider gibt es viele Serrasalmus-Halter die ihre Becken
spärlich, bis gar nicht einrichten und das arme Tier in einem (fast) leeren
Becken halten, ohne Möglichkeit, sich mal zurück zu ziehen.
Die Aussage, dass man in einem Becken mit einem Serrasalmus, keine Arbeiten verrichten
kann...oder dass das Tier zu gross sei, um noch Wurzeln drin zu haben, ist in meinen
Augen Stumpfsinn und grenzt an Tierquälerei!
Natürlich muss man den Kopf bei der Sache haben, wenn man in einem Serrasalmus-Becken
hantiert. Aber es IST möglich! Auch hier hat die Einrichtung und die Beckengrösse
einen erheblichen Einfluss, auf das Verhalten des Piranhas, gegenüber seinem
Pfleger!