Piranhas lassen sich im Aquarium nur sehr schwer züchten
und viele Zuchterfolge sind eher als Zufall zu betrachten. Denn die Schwierigkeit
beginnt schon bei der Geschlechtsbestimmung und kann erst definitiv erst bei der
Eiablage ermittelt werden.
Bei den Piranhas gestaltet sich die Zucht ähnlich
wie bei den anderen Südamerikanern.
Das Männchen hebt eine Grube aus, in dem er den Sand wegbläst und versucht
nun ein Weibchen anzulocken. Auch wird die Einrichtung enorm belastet, da das Männchen
alles "aus dem Weg räumt" was ihm nicht passt.
Dieses Revier wird heftigst gegen Eindringlinge verteidigt. In dieser Balzzeit
sind die Tiere äusserst aggressiv und es kommt zu mehr oder weniger heftigen
Streitereien. Deshalb sehen sie ziemlich ramponiert aus, in dieser Zeit. Wobei
ich nie tiefere Verletzungen bei meinen Piranhas feststellen konnte.
Auch hier ist der Vorteil klar bei einem grossen Becken!
Ein ausgewachsenes Weibchen kann bis zu 1000 Eier legen.
Nach 2-4 Tagen schlüpfen die Kleinen und werden intensiv bewacht. Wenn man
welche aufziehen will, sollte man diese spätestens nach dem schlüpfen
in ein Aufzuchtbecken setzen, da sie sonst im grossen Bexken "verloren"
gehen.
Die Aufzucht gestalltet sich äusserst schwierig, da
die Kleinen sehr empfindlich und sehr sehr klein sind.
Man sollte unbedingt den richtigen Zeitpunkt erwischen, wo man sie anfängt
zu füttern, sonst schadet man den Babys sehr. Dieser Zeitpunkt ist dann, wenn
der Dottersack völlig aufgebraucht ist.
Anfüttern sollte man, bis 10x am Tag, mit frisch geschlüpften
Artemien und/oder Infusorien. Meine Babys nahmen bis sie 5 Wochen alt waren kein
Fertigfutter an.
Beim Einrichten des Aufzuchtbeckens kann und sollte man,
auf Sand und Dekogegenstände völlig verzichten. Denn die Reinigung ist
so viel einfacher...denn man muss 4-5x am Tag, den Boden von übrig gebliebenen
Futter, oder toten Larven säubern um zu vermeiden, dass die Larven dort hängen
bleiben, oder durch die Verunreinigung verpilzen.
Auf einen Filter sollte ebenfalls verzichtet werden, da
die Kleinen angesogen werden und sich wegen der Strömung regelrecht zu Tode
schwimmen, ...und sei sie noch so gering.
Ein luftbetriebener Schwammfilter, oder wie ich benutzt habe, einen luftbetriebenen
Eckfilter (Foto siehe Zuchtbericht), den ich mit Watte gefüllt habe, tut da
gute Dienste und bringt durch die Wasseroberflächenbewegung genügend
Sauerstoff ins Becken. Zusätzlich kann noch ein Sprudler installiert werden.
Die Pflege des Beckens ist ganz wichtig und einen Teilwasserwechsel
alle 2 Tage ist Pflicht!
Beim Teilwasserwechsel sollte man in der Anfangszeit die Hälfte
des "neuen" Wassers aus dem Elternbecken nehmen und die andere Hälfte
mit Frischwasser ergänzen. So verändern sich die Werte nicht all zu sehr.
Auch sollte man drauf achten, dass die Temperatur etwa gleich ist wie im Babybecken.
Mit ca. 4 Wochen habe ich eine kleine Wurzel ins Becken
getan, und ab einem Alter von 6 Wochen einen ganz kleinen Filter installiert.
Da die Kleinen in einem Alter von 6 Wochen förmlich
exlodieren, sollte man sich nun Gedanken machen, sie in ein grösseres Becken
umzusiedeln. Vorteilhaft ist da eine Beckengrösse, wo sie die nächsten
Monate bleiben können.
Im Alter von 7 Wochen sind sie nun 2cm gross und allmählich
wird das Aufzuchtbecken etwas eng.
Beim Umzug in ein grösseres Becken sollte man darauf
achten, dass die Wasserverhältnisse sich nicht zu rapide ändern für
die Kleinen.
Ich habe sie daran gewöhnt, indem ich 50% aus dem kleinen
Becken genommen habe und mit dem Wasser des grossen Beckens aufgefüllt habe.
Ca. 5 Stunden hab ich sie dann dort noch drin gelassen.
Danach setzte ich sie ins grosse Becken und füllte das
Wasser aus dem kleinen Becken ins Grosse rein
Detailierter Zuchbericht mit Fotos und Videoclips HIER