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Verhalten und Vergesellschaftung

Pygocentrus nattereri / Roter Piranha



Entgegen vieler Mythen, ist der Piranha nicht der blutdrünstige Raubfisch, sondern ist ein hochsensibler, auf die Jagd nach kranken und verletzten Fischen spezialisierter Jäger und fungiert somit als Gesundheitspolizei.
Dennoch sollte man ihn nicht mit anderen Fischarten vergesellschaften und nur im Artenbecken halten. Wobei auch hier Ausnahmen die Regel bestätigen und es Piranhahalter gibt, die erfolgreich ihre Piranhas mit anderen Fischen zusammen halten.
Man sagt, dass wenn man junge Piranhas NIE mit lebenden Fischen füttert, seien sie später besser mit anderen Fischen zu vergesellschaften...diese Aussage kann ich allerdings nicht bestätigen!

Meine jahrelange Erfahrung hat gezeigt, dass je älter die Piranhas sind, umso einfacher ist eine Vergesellschaftung mit anderen Fischen. Man sollte allerdings keine zu grossen, revierbildenden und/oder aggressive Fische zu den Piranhas ins Becken tun. Piranhas sind sehr senibel und fühlen sich leicht gestört, sodass man immer eine Unruhe im Becken hat.
Kleinbleibende Salmler haben sich da sehr bewährt und geben einen wunderschönen Kontrast zu den Piranhas

Hier gehts zur
Vergesellschaftung mit Serrasalmus maculatus

Der Piranha ist ein sehr ruhiger und scheuer Fisch, der stundenlang an seinem Stammplatz "stehen" kann und nur ab und zu durch Flossenbewegungen sich an Ort hält. Dabei beobachtet er seine Umgebung ganz genau und wenn auch nur der kleinste Grund besteht zu flüchten, ist er im Nu weg.
Interessanterweise könnte man meinen, dass die Fische untereinander Kommunizieren. Denn im Bruchteil von Sekunden formieren sie sich zu einer Gruppe.

Je mehr Tiere zusammen gehalten werden, umso grösser ist das Risiko, dass sie sich gegenseitig dezimieren, wenn das Becken zu klein ist….dh. Wenn in der Natur eine lange Trockenzeit herrscht und die Flüsse austrocknen , und der Lebensraum zu eng wird (zu kleines Aquarium), verschaffen sich die Piranhas Platz, indem sie Kannibalismus betreiben und die schwächsten Schwarmmitglieder fressen. In der freien Natur sind schon Tümpel gefunden worden, in denen nur noch 4 Fische gezählt wurden.

Streitereien enden meist harmlos. Es sind Drohgebärden mit denen die Piranhas einen Konflikt lösen. Sie umkreisen sich und schlagen heftig mit dem Schwanz, sodass der Kontrahent die Kraft des anderen durch die Wucht des heranströmenden Wassers merkt. Auch öffnen sie das Maul sehr weit auf, bei so einem Gerangel.
Man könnte meinen, dass sie genau wissen, was sie mit ihren Zähnen anrichten können und vermeiden es zu zubeissen. Allerdings sind abgebissene Flossen, oder Teile davon, oder "Kratzer" ganz normal.
Wenn man Piranhas hält, muss man damit rechnen, dass es ab und zu mal Verletzungen gibt, die aber schnell abheilen, sofern sie nicht zu tief sind.
Fals aber mal eine wirklich tiefe Wunde entsteht, sollte man das verletzte Tier in ein separates Becken tun, um zu vermeiden, dass ihn die anderen entgültig töten...denn es entspricht ja ihrer Natur, kranke Fische zu fressen!